In den späten 1970ern taucht in München eine Gestalt auf, die sich weigert, jemand Bestimmtes zu sein – und wird gerade dadurch unverwechselbar: Rabe perplexum. Geboren als Manuela Hahn, erfindet sich der Rabe Schritt für Schritt als lebendes Kunstwerk.
Tagsüber entstehen Gemälde, Zeichnungen, Videos, nachts werden Bars, Hinterhöfe und Wohnungen zu provisorischen Ateliers. 1996 nimmt sich Rabe im Alter von 39 Jahren das Leben.
Der Fotograf Rainer Schwinge hat Rabe auf dieser selbstgestalteten Bühne begleitet und es entstanden einzigartige Aufnahmen.
{ if (window.innerWidth >= bp.minWidth) enabled = bp.enabled; });
if (enabled) $dispatch('image-lightbox-open', { id: 'rw9F94FAC5_A9B9_424F_80C9_0CB6B7532905' });
" oncontextmenu="return false" ondragstart="return false" onmousedown="return false" loading="lazy" decoding="async" />
{ if (window.innerWidth >= bp.minWidth) enabled = bp.enabled; });
if (enabled) $dispatch('image-lightbox-open', { id: 'rwDBA8E021_B8F2_4A18_9C8C_9F0D75388C2D' });
" oncontextmenu="return false" ondragstart="return false" onmousedown="return false" loading="lazy" decoding="async" />
{ if (window.innerWidth >= bp.minWidth) enabled = bp.enabled; });
if (enabled) $dispatch('image-lightbox-open', { id: 'rwF2415E5C_13E5_465B_A190_EC540E067554' });
" oncontextmenu="return false" ondragstart="return false" onmousedown="return false" loading="lazy" decoding="async" />
{ if (window.innerWidth >= bp.minWidth) enabled = bp.enabled; });
if (enabled) $dispatch('image-lightbox-open', { id: 'rwF7CEC8E6_B1E5_48FD_819E_666ACDCCC576' });
" oncontextmenu="return false" ondragstart="return false" onmousedown="return false" loading="lazy" decoding="async" />
{ if (window.innerWidth >= bp.minWidth) enabled = bp.enabled; });
if (enabled) $dispatch('image-lightbox-open', { id: 'rw8F73FA62_30A1_4435_BE81_8479DF17E0D2' });
" oncontextmenu="return false" ondragstart="return false" onmousedown="return false" loading="lazy" decoding="async" />
Mit der Zeit entsteht ein Geflecht aus Medien: Zeichnungen und Malereien, in denen der Rabe als Figur immer wieder auftaucht; Videos, in denen Alltagsszenen in kleine Dramen kippen; Texte, die Tagebuch, Manifest und Gedicht zugleich sind. Vieles davon entsteht schnell, mit begrenzten Mitteln, aber großer Entschlossenheit. Nicht Perfektion ist das Ziel, sondern Präsenz: da sein, sichtbar sein, beunruhigen, eine Spur hinterlassen.
Rabe zeigt den eigenen Körper ungeschönt: nackt, überzeichnet geschminkt, in Trachtenzitaten und S/M-Accessoires. Wer klare Geschlechterbilder braucht, fühlt sich davon bedroht – wer Ambivalenz aushält, erkennt darin eine radikale Form von Ehrlichkeit
In Performances werden Geliebte, Familie, Freundinnen und Zufallsbekanntschaften einbezogen, ob im Theater, im Kunstverein oder im Musikclub. Intimes wird Material, das zugleich berührt und verstört.
Rabes Kunst kratzt an Volkskultur und Nationalsymbolen: Die Bavaria wird verhüllt und ihr Gesicht schwarz bemalt, um dann in einer Performance erneut auf der Leinwand der Kunsthochschule zu erscheinen. Solche Aktionen sprengen den Rahmen des "harmlosen Spektakels".
Rabe perplexum gehört zu jener Generation, die Performance, Malerei, Video und Text selbstverständlich mischt und den eigenen Körper ins Zentrum stellt.
Schrill, bunt, künstlerische Katastrophe - so wurde RABE von den Kunstkritikern und den öffentlichen Banausen der Kunstmetropole" München immer gesehen und so wird es bleiben.
Sowenig wie der RABE sich von seiner Familie geliebt fühlte, sowenig wurde er als Künstler wahrgenommen, geschweige respektiert. Die Stadt brauchte keinen RABEN in ihren Mauern, keinen der Unruhe stiftete und provozierte. Als letzte Konsequenz verreckte der RABE rabenmäßig.
Neben dem öffentlichen RABEN gab es auch den sensiblen RABEN voller Ängste, Zweifel und Schmerzen.
- Rainer Schwinge
Rainer Schwinge